Auswahlverfahren
Bewerbungsablauf
Der Bewerbungsablauf erfolgt in drei Schritten.
- Bewerbung an den Vertrauensdozenten
- Vorgespräch in Giessen
- Auswahlverfahren in Berlin
Bei einem erfolgreichen Durchlaufen des Verfahrens erhälst du durch den Vertrauensdozenten zunächst eine Einladung zu einem Vorgespräch vorort und anschließend eine Einladung zum zentralen Auswahlverfahren nach Berlin (Assessment-Center, 2 Termine pro Jahr).
Das zentrale Auswahlverfahren könnte dann so aussehen…
Erfahrungsbericht: Zentrales Auswahlverfahren der sdw
Der Einladung zum zentralen Auswahlverfahren der SDW in Berlin war meine schriftliche Bewerbung um ein Promotionsstipendium vorausgegangen. Diese Bewerbung musste ich als Promotionsstudent nicht, wie sonst bei Studierenden, die in die Grundförderung der SDW übernommen werden wollen üblich, an unseren Vertrauensdozenten richten, sondern reichte sie direkt in Berlin bei der Zentrale der SDW ein. Als ich dann einige Wochen später die schriftliche Nachricht bekam, dass ich in Berlin beim zentralen Auswahlverfahren dabei sein würde, habe ich mich erstmal sehr gefreut, gleichzeitig allerdings wusste ich nicht, was mich dort genau erwarten würde, so dass etwas Nervosität hinzukam.
Das Auswahlverfahren begann für mich an einem Montag Nachmittag. Die Anreise per Zug verlief problemlos und im Zug traf ich einen weiteren Bewerber, mit dem ich mich schon vorher in Verbindung gesetzt hatte – er kam aus Frankfurt (bei der Einladung zum zentralen Auswahlverfahren lag eine Liste mit Adressen der Bewerber, die in meiner Gruppe waren, insgesamt ca. 35, bei). In Löwenberg (bei Berlin) angekommen stellte ich fest, dass ich zur allerersten Gruppe der Bewerber gehörte, die bei diesem Auswahlverfahren genauer unter die Lupe genommen wurden. Schnell bezog ich mein Zimmer, das ich mir mit einem aus Berlin kommenden Bewerber teilte. Da noch etwas Zeit bis zum ersten Treffpunkt blieb, schlenderten wir gemeinsam ein wenig über das Gut Löwenberg, trafen weitere Bewerber und fanden uns dann gegen 16.30 Uhr zum Empfang in einen recht großen Saal ein. Nach einer kurzen Einführung ging dann das Auswahlverfahren richtig los, wir sollten auf einem linierten DIN A4-Blatt einen Aufsatz zum Thema „Freiheit oder Gleichheit“ schreiben, durften dafür aber nicht mehr schreiben als die Linien auf dem Blatt ermöglichten. Dafür hatten wir knapp eine Stunde Zeit. Anschließend wurden wir in Vierergruppen eingeteilt und in einen separaten Raum geführt, in dem uns unsere „Gutachter“ bereits erwarteten. Wir mussten ihnen gegenüber an einem Tisch Platz nehmen und bekamen dann die Aufgabe uns vorzustellen, dass wir an einer Schule das Redaktionsteam einer Schülerzeitung bilden und zum Thema „Einstein-Jahr“ etwas schreiben sollten. Jeder sollte sich ein Thema überlegen und versuchen, sein Thema gegenüber den anderen in gewisser Weise durchzusetzen. Dass nachher natürlich vieles auf einen Konsens hinauslief und keiner sein eigenes Thema durchgeboxt hat, war selbstverständlich.
Anschließend gab es dann ein reichhaltiges Abendessen und genügend Gelegenheit, sich in informellem Rahmen mit den Bewerbern und auch den Gutachtern zu unterhalten.
Am nächsten morgen wurde uns um 7.55 Uhr aufgetragen, zum Thema „Reformation des Rentensystems“ eine 5-minütige Präsentation auszuarbeiten. Hierfür waren ca. drei Stunden vorgesehen und es gab genügend Materialien, um sich einzuarbeiten. Zwischendurch hatte ich noch ein 45-minütiges Gespräch mit den Gutachtern. Die Präsentation selbst dauerte bei mir etwas über 4 Minuten, daran schloss sich noch eine Diskussion mit den Gutachtern über das Thema an. Als gegen Mittag alles vorbei war, war ich erstmal ziemlich platt.
Fazit: Insgesamt habe ich das Auswahlverfahren als eine große Herausforderung empfunden. Mit den vier zu erledigenden Aufgaben wird das Ziel verfolgt, Stärken und Schwächen der Bewerber herauszuarbeiten. Während der Bearbeitung der Aufgaben wird einem selbst schon ganz gut klar, an welchen Punkten man Probleme mit den Aufgaben hat und an welchen Stellen diese Probleme nicht auftreten. Sehr positiv hervorzuheben ist, dass sich an die vier Aufgaben ein persönliches Feedback-Gespräch anschließt, in dem man über seien Stärken und Schwächen aufgeklärt wird und selbst Stellung zu seiner Leistung beziehen kann. Hier wird mit Kritik, aber auch mit Lob, nicht gespart, so dass jeder Bewerber sicherlich wichtige Erkenntnisse mit nach Hause nehmen konnte. Ich möchte nicht verheimlichen, dass ich es so empfunden habe, als dass bei mir die Kritik deutlich überwogen hätte. Dementsprechend rechnete ich auch nicht mehr wirklich damit, als Stipendiat in die Promotionsförderung der SDW aufgenommen zu werden. Dass dies dann doch geschah, hat mich dann sehr überrascht und zugleich auch sehr gefreut! Mittlerweile bin ich seit ca. einem halben Jahr Stipendiat der SDW. Neben dem finanziellen Aspekt (ohne die Förderung durch die SDW könnte ich mein Promotionsvorhaben wohl nicht verwirklichen) ist besonders die ideelle Förderung von großem Vorteil. Die SDW bietet sehr viele Seminare an, in denen beispielsweise soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit geschult werden. Dabei ist von besonderer Wichtigkeit, dass die Stipendiaten zu einem verantwortungsvollen Umgang mit sich und ihrer Umwelt angeregt werden. Die SDW ist nicht an parteipolitische oder konfessionelle Vorgaben gebunden. Sie fördert ca. 1000 Stipendiaten, so dass sich auf den vielfältigen Seminaren die Möglichkeit bietet, sehr viele neue und interessante Menschen mit den unterschiedlichsten Biographien kennen zu lernen. Dabei kommen verschiedene Fachrichtungen zusammen, so dass sich vielfältige Möglichkeiten der Vernetzung und des Austauschs bieten. Dies ist auch innerhalb der Regionalgruppen sehr gut möglich. Jeder Stipendiat ist an seinem Hochschulstandort einer Stipendiatengruppe zugeordnet, die sich regelmäßig trifft. Hier bietet sich die Möglichkeit, gemeinsam Veranstaltungen zu organisieren oder sich auch einfach informell zu treffen. Insofern kann ich sagen, dass ich uneingeschränkt von den Angeboten durch die SDW profitiere und jedem, der sich hiervon angesprochen fühlt, wärmstens empfehlen kann, sich bei der SDW um eine Förderung zu bewerben.